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Der Südwesten der USA – Reisebericht Teil 6 und Ende

Mojave Desert - Red Rock State Park

RED ROCK CANYON

Unsere Reise neigte sich dem Ende entgegen, wir hatten wirklich viele gute Fotos realisieren können, denn das Wetter war summasumarum immer auf unserer Seite.

Vom Bryce Canyon aus überlegten wir, was wir die letzten zwei Nächte in Las Vegas treiben sollten. Spielen war keine Option. Sollten wir noch einmal ins Death Valley fahren? Doch Michael kam der zündende Gedanke mit dem Red Rock Canyon. Das kannte ich bis dato nicht. Ich ergoogelte mir die Gegend und nach ein paar Minuten stand fest, das machen wir!

Unser Hotel, oder soll ich es Casino nennen, oder Hosino da nicht klar ist, um was es in den Hotels in Vegas geht, ums Zocken oder um das Übernachten, suchten wir strategisch gelegen am Westrand von Sin City aus. Von hier waren es gute 25 Autominuten zum Statepark Red Rock Canyon. Michael war vor vielen Jahren schon einmal hier und wusste in etwa, wo wir uns für unsere Motive hinbewegen sollten.

Bei der Einfahrt entdeckten wir auch gleich unzählig fotogene Joshua Trees, ein Yucca-Palmen-Gattung

An der Schranke zum Statepark kam der erste Schreck, closed at 05:00pm. Wir wollten das späte Licht um den Sonnenuntergang herum, welcher gegen 17:00 Uhr war haben.

Das wollten wir genauer wissen und der erste Stop war im Visitorcenter. Die nette Dame dort bestätige, 17:00 Uhr ist Zapfenstreich. Wir argumentierten und baten, keine Chance. Die Joshuas mussten also einem Plan B weichen.

Am Parkplatz an den rotgelben Felsen verteilten wir zwei uns dann jeder in seine eigene Richtung. Das ist übrigens auch der einzig fotogene Platz in dem ganzen Statepark. Rechts der Einfahrtstraße einige hundert Meter entlang. Was die Straßenplaner vom Red Rock Canyon geritten hatte, als sie die Routenführung entwarfen war uns nicht ganz klar. Es gibt den attraktiven Teil, der circa 1 Meile in Richtung Nordwesten reicht. Ab dem Sandstone Quarry Overlook kommt unansehnliche Ödnis, kieselige Wüste mit immer den selben Büschen bewachsen, über zig Quadratmeilen. Genau hier durch füht die Einbahnstraße 10 Meilen lang bis zur Ausfahrt aus dem State Park. Sinnlose 25 Minuten Autofahrt entlang einer Tristess, die nullkommanichts mit der Schönheit eines Death Valley oder Valley of Fire zu tun hat. Ich schätze, der Asphalt war im Land der Erdölmilliardäre einfach übrig. Der Naturschutz hätte mehr gefruchtet, dieses Areal so zu lassen wie es war und keine Schadstoffe durch Cruisen abzulassenden. Im Übrigen steht am Eingang zum Park im Widerspruch hierzu noch ein Warnschild zur Beachtung der Landschildkröten. Das Ding nennt sich auch noch Scenic Loop Drive.

Red Rock Canyon

Das Licht lag schön auf den roten Felsen. Schwierig aber hier in dem Gebiet mit den Motiven zu arbeiten. Als ich dann etwas fand und die gute K-1 auf dem Stativ hatte und auslöste durchfuhr mich der nächste Schreck. „Keine Speicherkarte“

Das ist mir schon ganz lange nicht mehr passiert. Ich hatte auf der Fahrt vom Bryce Canyon nach Vegas auf dem Beifahrersitz meine Fotos aufs Notebook gesichert und die Karten danach in meine Aufbewahrungsbox getan. Die lag im Hotelzimmer, Ersatz-SD-Karten hatte ich nicht, nur die zwei, die in der Kamera waren. Raik, Du bist ein Depp! Welche Alternative hast Du? Die Canon 5D2 lag noch im Rucksack und so musste ich mich umgewöhnen und mit dem 70-300 Tele arbeiten. Der Kracher war es nicht, das Licht war im Tal bereits weg und ich versuchte trotzdem einige Motive zu erhaschen. Nach ein paar Minuten war dann klar, Raik lass es gut sein, das wird nichts mehr, geh Dich entspannen.

Mojave Desert - Red Rock State Park
Mojave Desert – Red Rock State Park
Red Rock Canyon Making of

Ich folgte also dem Weg zum Parkplatz, ein wenig Jhonny Cash auf den Ohren, die Wüste vor mir, der Himmel weit offen.

Der Rückweg war angetreten mit dem Plan, am Ausgang des Parks noch auf einem kleinen Parkplatz bis zum Einbruch der Dunkelheit zu warten. Die Joshua Trees wollten noch mit dem Sternenhimmel zusammen zu uns in den Rucksack hüpfen.

Michael ist sanft weggeschlummert, er war fertig und hatte kaum noch Lust dazu. Doch wenn man zusammen unterwegs ist hat man den Vorteil, dass man motiviert und animiert wird .

Kaum war das erste Foto vom Joshua und dem Red Rock Canyon auf dem Kameradisplay war mein Michael hellwach und voller Euphorie.

Jushua Tree - Mojave Desert - Red Rock State Park
Jushua Tree – Mojave Desert – Red Rock State Park
Jushua Tree - Mojave Desert - Red Rock State Park
Jushua Tree – Mojave Desert – Red Rock State Park

Das Restlicht von Las Vegas erhellte tatsächlich das Tal und überstrahlte dabei die Details am Sternenhimmel. Völlig surreal und mit bloßem Auge war nicht zu sehen, was die Kamera in der langen Zeit der Belichtung einfing, wir waren aus dem Häuschen. Shots eingesackt, das reicht jetzt. Die Steakhäuser von Vegas standen noch auf dem Plan und die Monsterzwiebel „Blooming Onion“

Im Morgengrauen standen wir wieder an der Schranke zum Statepark, der macht erst um 07:00 Uhr auf . Das reichte ganz knapp, um danach schnell das Auto zu parken und noch während der Blauen Stunde die Joshuas wiederum abzulichten. Als wir das erledigt hatten fuhren wir wieselflink zum Parkplatz und wir strömten jeder in eine andere Richtung. Die Felsspitzen wurden schon von der Sonne rot illuminiert. Da hieß es wieder flink nach Motiven suchen und dabei nicht über die Büsche zu stolpern, das Licht hält nur kurz an bis es zu hart wird.

Joshua Tree Red Rock Canyon
Joshua Tree Red Rock Canyon
Red Rock Canyon
Red Rock Canyon
Red Rock Canyon
Red Rock Canyon
Red Rock Canyon
Red Rock Canyon

Ein paar Nette Motive in Form dankbarer Büsche fand ich auf die Schnelle. Den Rest des Morgens verbrachte ich auf meinem Parka sitzend in der Morgensonne, den Blick in die Weite gerichtet. Die letzten Momente musste ich aufsaugen und abspeichern. Riechen, fühlen, anfassen und die Seele öffnen für das Finale eines einzigartigen Trips.

Zwölf Tage im Südwesten der USA waren für mich die Reise fürs Leben.


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