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Gewitterfotografie Teil 2

Gewitter zwischen Wein und Wald

Gewitterfotografie in der Nacht birgt einige Schwierigkeiten.

Im ersten Blogbeitrag zu diesem Thema hatte ich berichtet, mit welchen Schwierigkeiten ich bei dem Fotografieren von Blitzen gekämpft habe.

Heute möchte ich Euch nun die Resultate der letzten Wochen zeigen.

Der Sommer bietet ideale Bedingungen für Gewitter, schwül warme Luft wird durch kältere Luft, einfach gesagt, dazu gezwungen, aufzusteigen. Immer höher türmen sich die Cumuluswolken, bis sie schließlich die Grenzschichten der Troposphäre erreichen und sich dort pilzförmig oder wie ein Amboss, daher auch der Name Cumulonimbus, zur Seite hin ausbreiten. Das ist für den Laien ein charakteristisches Merkmal einer reifen Gewitterwolke. Die Aufsteigende Feuchtigkeit kondensiert irgendwann zu Regen und wird durch die weiter aufsteigende Luft daran gehindert, zu Boden zu fallen. Erst wenn die Wassertropfen, oder sich durch das Aufsteigen in höhere Schichten und wieder nach unten fallen und wieder hoch steigen Eis in Form von Hagel bildet, dieser zu schwer wird und vom Aufwind nicht mehr gehalten werden kann, fällt dieser oft heftig mit kalten Fallwinden nach unten.

Nun habe ich die letzten Wochen genug Möglichkeiten gehabt, Gewitter zu Fotografieren. Ein Grundregel ist bei der Vorbereitung den Zug der Gewitterzellen zu beobachten und in etwa abschätzen zu können, wann die Gewitter dann den gewünschten Ort erreichen. Extrem hilfreich war hierbei für mich die Webseite von Lightningmaps. Hier kann in Echtzeit verfolgt werden, wie die Blitzintensität ist. Dabei erkennt man auch gut die Zugrichtung. Eine weitere gute Quelle im Internet ist Blitzortung.org

Mit Hilfe dieser Werkzeuge konnte ich vor 2 Wochen in meiner Heimatregion der Pfalz gut sichtbare Blitze auf den Sensor bannen:

Gewitter zwischen Wein und Wald
Gewitter zwischen Wein und Wald

Bei diesem Motiv waren die ersten Bilder komplett überbelichtet. Ich hatte zwar eine korrekte Belichtung ohne Blitze eingestellt, jedoch ist die Helligkeit der Blitze so unterschiedlich, dass dies schwer zu beherrschen ist. Nach den ersten 2 Blitzen setzte ich einen 2 Blenden Grauverlauf auf den Himmel um die Helligkeit der Blitze in den Griff zu bekommen und gleichzeitig den Vordergrund damit aufzuhellen.

Einige Wochen später befand ich mich an der Ligurischen Küste in Italien. Dort tobten in jener Nacht heftigste Gewitter. Die Gewitterzellen umgaben mich von allen Seiten. Rings um mich zuckte der Himmel und es donnerte von allen Seiten. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Am Horizont über dem Meer zischten die Blitze zur Erde währen von dort durch die Wolken die über mir waren ein Leuchten wie Gasflammen raste. Sehr ergreifend und natürlich bedrohlich erschien mir die Lage. Meine Neugier und meine naive Furchtlosigkeit ließen mich aber in der Nacht gegen 03:00 Uhr fast schon im Wachkoma verharren und immer wieder neue Sujets suchen. Bezaubernd lagen da die bunten Häuser von Boccadasse am Meer während hinter ihnen Blitze durch den Himmel schossen.

Boccadasse, Genua, Ligurien
Boccadasse, Genua, Ligurien
Boccadasse, Sommergewitter
Boccadasse, Sommergewitter

Die Helligkeit der kleinen Küstenorte ist relativ hoch, so dass ich bei den ISO Zahlen nicht ganz so stark ans Limit gehen musste. Es reichten Werte von ISO 1600-800 bei einer Blende von F4.0 und wechselnden Verschlusszeiten von 15-30 Sekunden.

Die Gewitterzellen innerhalb zwölf Stunden
Die Gewitterzellen innerhalb zwölf Stunden

Ich möchte nochmals ausdrücklich vor Gewitter warnen. Es ist gefährlich und schwer zu berechnen. Wichtig ist, dass Ihr immer vor der Gewitterzelle bleibt. So könnt Ihr die Blitze bestens sehen, solange der Regen noch nicht vom Himmel fällt und man kann in etwa abschätzen, wann es Zeit wird, ins sichere Auto zu flüchten.

Boccadasse, Genua, Ligurien
Boccadasse, Genua, Ligurien

 

 


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