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WANDBILDER – MEINE ERFAHRUNGEN

Bilderversender und Wandbilder – meine Erfahrungen

Irgendwann ist es bei jedem einmal so weit, das wertvolle Bildergut soll an die Wand kommen. Und das auch zu recht, es ist doch viel zu schade, unsere Schätze auf der Festplatte vergammeln zu lassen.

Die Auswahl an Medien dafür ist mindestens so groß wie die Anzahl der Anbieter.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich meine Erfahrungen mit den Bilderdiensten und dem gelieferten Material machen können.

DIE MATERIALIEN

Wer Bilder an der eigenen Wand möchte steht anfänglich vor der Entscheidung, welches Material soll ich dafür nehmen, Leinwand, Fotodruck, Fotoabzug, Acryl, Forex etc.

Fotopapier gerahmt hinter Glas:

Das waren meine ersten Wandbilder. Billig und einfach dachte ich. Doch schnell musste ich Lehrgeld bezahlen, denn wenn man das zu hause so vor sich hin bastelt, stellte ich schnell fest, sieht doch nicht gut aus.  Die Reflexionen im Glas sind furchtbar, das Fotopapier klebt stellenweise hinter dem Glas fest.

Forexplatten mit Fotodruck:

Schon viel besser dachte ich, als ich die erste Lieferung in der Hand hielt. Satte Farben, keine Reflexe, die Wandhalterung war schon auf der Rückseite angebracht, easy, einfach ab an die Wand damit.

Nach längerer Zeit biegen sich Forexplatten leicht durch, an der Stelle im Bild, an der 100% Weiß vorkommt, die Sonne zum Beispiel, oder extrem helle Flächen wie Schnee oder Nebel werden beim Druck frei gelassen. Das bedeutet, die weiße Forexplatte scheint an dieser Stelle durch, es findet kein Farbauftrag statt. Somit sind die weißen Flächen im fertigen Bild eigentlich störend, das der matte Druck durch sie unterbrochen wird.

Seit ich diese Erfahrung gemacht habe, bereite ich meine Bilder für den Druck anders vor. Ich senke in Photoshop genau an diesen Stellen die Gradation so ab, dass kein 100% Weiß sondern ein dezentes Hellgrau oder gelbliches Weiß erscheint. Somit wird diese Stelle beim Druck leicht mit Farbe bedeckt.

Aufhängerahmen - in meinen Augen die beste Aufhängung
Aufhängerahmen – in meinen Augen die beste Art der Aufhängung

Fotoabzug auf Kappa-Fix Platten:

Auch das habe ich hinter mir. Für eine größere Menge an Bildern für eine Ausstellung bediente ich mich an den selbstklebenden Kappa-Fix Platten. Doch das Belegen selbiger mit Fotopapier ist schon schwierig, erst recht bei Größen über 30×45 cm.

Die Bilder die ich brauchte waren 50×75 cm. Also hatte ich mit die Platten für den Zuschnitt bestellt und dann versucht, das Fotopapier mittels einer Gummirolle blasen-und krümelfrei aufzubringen. Die Aktion endete damit, dass ich mit Socken auf dem Esstisch stand,  das Fotopapier von oben langsam auf die Trägerplatte abließ, während meine Freundin es langsam mit der Gummirolle andrückte. Drei bis vier Foto habe ich versaut, es waren trotz äußerster Sorgfalt mal ein dünner Knick drin, mal ein Minikrümel Staub, mal ein Bläschen oder es war um 3 Millimeter versetzt. Dann müssen rückseitig noch die Halteklammern eingedrückt werden, ohne die Vorderseite zu beschädigen. Das Zeug biegt sich im Laufe der Zeit ebenfalls durch.

Leinwand:

Leinwand geht in meinen Augen gar nicht. Wenn ich den Begriff Leinwand schon höre, stellen sich mir ähnlich einem Hochzeitsfotografen der das Wort ColorKey hört, die Nackenhaare.

Leinwand schluckt Strukturen, feine Details, die ja bei der Landschaftsfotografie  wichtig sind. Es wirkt auf mich irgendwie ramschig und billig.

Druck auf Aludibond
Druck auf Alu-Dibond
Alu-Dibond perfekt für die Wand
Alu-Dibond perfekt für die Wand

Alu-Dibond:

Jetzt beginnt mein Puls schon zu steigen, das Herz schlägt schneller. Alu-Dibond ist elegant, dünn, glatt und verformt sich nicht. Es lässt sich prima bedrucken oder mit echtem Fotopapier belegen.

Bei Fotodruck auf Dibond gelten die gleichen Anforderungen an die hellen Tonwerte im Bild wie bei Forex, weiße Stellen glänzen sonst. Diese Art von Wandbildern eignen sich auch für öffentliche Bereiche, wie Ausstellungen, Praxen, Büros, Flure, überall dort, wo auch mal drüber gewischt werden soll.

Fotopapapier auf Dibond finde ich persönlich als die edelste und schönste Methode, Wandbilder zu präsentieren. Die feinen Details im Bild kommen sehr gut zur Geltung, die Farben erscheinen extrem naturgetreu und es sind verschiedene Papiere lieferbar. Es gibt keine glänzenden Stellen bei hellen Tonwerten, keine Reflexionen von Lampen, einfach pure, ästhetische Wandbilder eben.

größere Lieferung von Saal-Digital
Alu-Dibond, größere Lieferung von Saal-Digital

Acryl:

Auch ein Foto hinter Acrylglas hängt bei mir im Treppenhaus. Acryl wirkt sehr edel und wertig, jedoch stören mich persönlich die Reflexionen in der Oberfläche und lenken vom Bild ab.

 

DIE BILDERVERSENDER

In der Vergangenheit war ich einem Unternehmen treu, so wie wir Männer halt ticken. Schön bequem, wenn alles gut ist, warum dann was anderes ausprobieren.

Saal-Digital:

Seit vielen Jahren lasse ich alles hier machen. Fotoabzüge von Hochzeiten, meine eigenen Fotobücher, Wandbilder für mich selbst und diverse Auftragsarbeiten.

Ich war bis vor kurzem noch Verfechter von Saal. Alle Lieferungen klappten zuverlässig, sauber, schnell, einfach und gut. Die Software läuft gut, ist einfach, oft gibt es aber nervige Zwangsupdates.

Vor ein paar Wochen stand eine große Bestellung für eine Praxis an, fünf Wandbilder auf Alu-Dibond gedruckt in 60x90cm. Die Lieferung kam wie immer schnell und pünktlich an.

Ich kontrolliere jedes Bild, bevor ich es an meine Auftraggeber übergebe, so auch dieses Mal. Schon beim ersten Bild war ein senkrechter Streifen auf dem Bild, ok, dachte ich, kann mal vorkommen. Bild zwei, Bild drei, die gesamte Lieferung hatte Streifen auf der Oberfläche. Wie sich beim genauen Betrachten herausstellte, hatte die Schaumfolie, auf der das Bild mit dem Gesicht liegt, einen Knick, ich vermute die ganze Rolle war in der Fabrikation so. Dieser Knick und ich denke die noch zu feuchten Drucke verursachten die Fehler. Somit war die komplette Lieferung unbrauchbar.

Abdrücke der Schaumfolie
Abdrücke der Schaumfolie

In diesen Situationen zeigt sich nun, wie ein Unternehmen mit Beanstandungen umgeht. Hier war Saal korrekt, wenn auch nicht schnell, es war ok. Von meiner Beanstandung in Form eines E-Mails über einige Rückfragen Saals, ob denn die Verpackung beschädigt sein ( nein ist sie nicht, habe ich auch nicht so geschrieben ) bis zur Entscheidung, die Bilder neu zu drucken vergingen 4 Werktage, da ist in Ordnung. Saal möchte die unbrauchbare Lieferung wieder abholen, ist ja auch klar. Apropos Kundenkontakt, ich muss schmunzeln, wenn ich das schreibe. Saal hat eine Hotline für Kundenfragen oder Reklamationen. Schön dachte ich, ruf doch mal persönlich an. Nach 2 Minuten in dieser Hotline und einigen Abfragen „wollen Sie blablabla, Drücken sie die 1“ kam dann eine Ansage „bei Reklamationen schreiben Sie uns bitte eine E-Mail“. Na gut, schreibe ich halt eine Mail!

Die zweite Lieferung des obigen Auftrages kam auch dann wieder pünktlich und schnell an. Na gut, packen wir aus und kontrollieren mal.

Gleich das erste Bild hatte ein Fleck auf der Oberfläche. Ein hässlicher Klecks irgend eines Kunststoffes, fingernagelgroß. Ein anderes Bild hatte Fingerabdrücke wie bei der Kripo und einen Kratzer in der Oberfläche. Die drei weiteren Fotos waren, wie sie sein sollten, nämlich in Ordnung. Ich erinnere mich, das Saal vor Jahren eine andere Art der Verpackung hatte, nämlich blaue Schaumgummilippen, die alle Bilder umrahmte und schützte.

Doch die Odyssee mit Saal geht weiter.

Nun hatte ich diese Fehler an den zwei Bildern erneut per E-Mail beanstandet, es vergangen 5 Werktage- keine Reaktion, keine Antwort. Dachte ich, jetzt rufst Du doch mal an. Die nette Dame am Telefon war bemüht und verständnisvoll, sie gebe es an die Vorgesetzten weiter, die Kollegin wusste nicht, wie mit einer Reklamation von einer Reklamation umzugehen ist. Was?

Drei Tage später dann kam eine Mail von Saal mit der Frage, ob denn nun die ganze Lieferung Fehler aufweise oder nur einzelne Bilder. Meine Geduld ist nicht grenzenlos, liebe Mitarbeiter/innen von der Reklamations-Abteilung, bitte übertreibt es nicht!!  Lest Ihr keine Post? Wie fließen die Informationen in Eurer Firma, versickern die?

Seit genau dieser Rückfrage von Saal herrscht wieder, trotz Anfragen per Mail von meiner Seite, Funkstille, von Montag bis Freitag.

Freitag Morgen packt mich dann der Frust und ich sende ein umfangreiches Fax an die Geschäftsleitung. Jetzt endlich meldet sich die Sachbearbeitung telefonisch und entschuldigt sich. Sofort am gleichen Mittag erhalte ich dann die Auftragsbestätigung, zwei Tage später die Versandbenachrichtigung der letzten zwei neu gedruckten Bilder und einen kleinen Entschuldigungsgutschein.

Auf eine Rückmeldung der Herren der Geschäftsleitung warte ich allerdings vergebens, das ist schade. Natürlich sind wir in den Wochen vor Weihnachten, überall ist viel los. Dafür habe ich Verständnis, aber dieser dilettantische Kundenservice und die Ignoranz werfen mich echt um. Und Ihr werdet es nicht glauben, während ich diesen Text schreibe klingelt mein Handy und die Spedition, die die beschädigten Fotos abholen will steht vor meiner Wohnungstüre. Mann hätte mich Zuhause nicht angetroffen.

Das ist ja auch klar, sage ich der netten Stimme am Telefon, ich bin unterwegs, ich habe Saal gebeten, die Abholung zu avisieren, damit ich Zuhause bin. Auf meine Mail mit dem Terminvorschlag erhielt ich nämlich keine Antwort.

Bereits in meiner ersten Beanstandung wies ich dezent darauf hin, dass ich Fotograf bin und durchaus ein große Reichweite in  sozialen Netzen habe, mehr war nicht geplant. Doch je länger sich dieses Theater hinzog, desto mehr reifte in mir die Idee, meine Erfahrungen mit Wandbildern in meinem Fotoblog zu veröffentlichen.

Kunststoffreste
Kunststoffreste
Reste von flüssigem Kunststoff
Reste von flüssigem Kunststoff
unschöner Kratzer in der Oberfläche
unschöner Kratzer in der Oberfläche

 

WhiteWall:

Als für mich selbst ein Wandbild für das neue Wohnzimmer anstand, dachte ich mir, probier doch mal WhiteWall aus. Bis dahin erzeugte WhiteWall bei mir durch Ihr Auftreten nach außen hin einen „haben will“ und das ist teuer und edel.

So habe ich mir ein Motiv von den Lofoten ausgesucht und als Fotopapier auf Alu-Dibond in 90×60 cm bestellt.

Auch hier klappte alles bestens, die Lieferung ging schnell und die Verpackung war 1a. Doch beim Auspacken stellte ich mit Schreck fest, dass ein großer und breiter Kratzer auf dem Papier war.

Ein kurzes Mail mit ein paar Fotos im Anhang von der Beschädigung habe ich weggeschickt. Eine halbe Stunde später kam auch schon eine Antwort von WhiteWall, mit einem Wortlaut, der mich irgendwie verstört hat, so demütig klang der Inhalt. Diese Reaktionszeit ist für mich kein Maßstab, denn ich kann auch gerne auf eine Antwort warten, denn im Berufsalltag  nervt mich die Ungeduld der Menschen heute. Wenn Du nicht nach einem Tag auf eine E-Mail geantwortet hast, bekommst Du einen Anruf.

Man entschuldigte sich, dass das Produkt nicht in der versprochenen WhiteWall Qualität ausgeliefert wurde und natürlich hätte ich das Recht auf eine Neuproduktion, ich möge das fehlerhafte Bild bitte vernichten. Die Neuproduktion wurde bereits veranlasst.

Diese Kommunikation war wirklich so, dass ich das Gefühl habe, Kunden werden ernst genommen und sind ein wertvolles Gut.

Die Ersatzlieferung kam ein paar Tage später, alles perfekt! Der Gesamteindruck der Ware ist wirklich exzellent, auf der Rückseite prangt ein Zertifikat und Du hast das Gefühl, etwas besonderes in der Hand zu haben.

Das Erlebte veranlasste mich dann, einen Kundenauftrag mit Fotopapier hinter Acrylglas in 120×80 cm bei WhiteWall zu bestellen. Die Kontrolle der Bildsendung bei mir bestätigte diese „Unkiatfeeling“ und ich bin stolz, das dieses Produkt jetzt in einem Wohnzimmer hängt.

Poster XXL:

Vermutlich hätte ich hier etwas bestellt, habe mich aber über die Art der Preisgestaltung aufgeregt. Auf dem Webformular musst Du die Aufhängung extra wählen, die Rahmenaufhängung kostet dann richtig Geld. Mein Beispiel war seiner Zeit ein Acrylbild in 120×80 cm, nachdem alles im Warenkorb war , kamen dann erst plötzlich um die 30,-€ Versandkosten hinzu. Nö, so nicht!

 

Vor einigen Jahren nahm ich an einem Verkaufs-Coaching in der Firma, in der ich beschäftigt bin, teil. Ich erinnere mich noch an die Worte des Seminarleiters der fragte, ob es schön sei, zufriedene Kunden zu haben. Alle sagten auf die Frage hin „ja“. Seine Antwort war: „…wisst Ihr was zufriedene Kunden sind? Mittelmäßig = Note drei!“

Zufrieden, das bedeutet wie in einer Beziehung, alles ist ok, alles passt, mehr auch nicht. Was Ihr braucht sind begeisterte Kunden. Begeisterte Kunden empfehlen Euch weiter, sie schwärmen von Euch.

Wo ich in Zukunft wieder bestellen werde steht fest, dort wo ich begeistert bin, das ist WhiteWall!

In der Vergangenheit habe ich meine Artikel immer nach bestem Gewissen geschrieben, ohne dass ich etwas hinter dem Berg halte. Das ist mir wichtig, denn ich gehöre nicht zu der Zunft, die Firmen oder Services bevorzugt behandelt, die von mir bewerteten Themen spiegeln meine persönliche Meinung wider und wurden nicht von der Fotoindustrie gesponsert.

1 Comment

  • Michael Lauer Dezember 20, 2016 - 8:43pm

    Hallo Raik,
    Deinen Eindruck, was die Qualität von WhiteWall angeht, kann ich bestätigen. Die sind da einfach top und da geht für mich dann auch der Preis in Ordnung. Ein kleiner Schatten liegt aber auch auf meiner Kundenbeziehung zu WhiteWall. Ich hatte ein Bestellung als Galeriedruck, hinter Glas mit Passepartout und einem schwarten Holzfahmen in einerm bestimmten Profil. Alles Tip-Top. Nach ein paar Monaten habe ich mich entschlossen, neben das Bild ein zweites aus der Serie zu hängen, das in gleicher Größe und gleichem Rahmen sein sollte. Lieferung und Qualität waren (für sich gesehen) wieder top. Allerdings hatte WhiteWall zwischenzeitlich das Profil des Rahmens geändert, dies jedoch auf der Webseite nicht weiter erwähnt, dort war noch der alte Rahmen abgebildet und bemaßt. Der Unterschied bestand dabei in der Form und der Breite, wodurch das Gesamtbild ca. 1cm niedriger war als das zuvor bestellte Bild und auch leicht anders aussah. Ich habe dann zuerst nochmal auf der Webseite nachgeschaut in den beiden Bestellungen, weil ich zuerst gedacht hatte, ich hätte mich vielleicht vertan. Aber die Bezeichnungen waren identisch und auch die Maße die beim Rahmen angegeben waren, stimmten für beide Bilder mit den Maßen des Rahmens vom ersten Bild überein. Daraufhin habe ich den Kundendienst kontaktiert und bekam neben der Bestätigung, dass die Daten auf der Webseite nicht mehr ganz aktuell sind, den lapidaren Verweis auf eine Passage im Kleingedruckten, wonach Änderungen grundsätzlich vorbehalten sind. Das Ergebnis waren dann 400 Euro für zwei Bilder, die an einer Wand nebeneinander so wirken, als hätte man sich bemüht, beim Discounter ähnliche Rahmen zu finden. Für mich unverständlich, warum WhiteWall in diesem Fall beim Service offensichtlich hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben ist.
    Mein Favorit bei WhiteWall sind mittlerweile übrigens die Drucke hinter Acrylglas in einem Rahmen mit Schattenfuge. Das wirkt, als würden die Bilder in einer Box schweben.
    LG, Michael

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