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Was es bedeutet, einen Workshop auf die Beine zu stellen

Jeder von uns, der mal an den Punkt kommt, an dem er mit seiner Fotografie auf der Stelle tritt und nicht mehr vorankommt oder vielleicht irgendwann mal seinen Horizont erweitern möchte, schaut sich über kurz oder lang nach einem Workshop um.

Worauf viele zu erst schauen ist der Preis. „Was, so teuer für die paar Stunden?“

Doch es ist nicht mit den paar Stunden Arbeit on Location beim Workshop selbst getan.

Die Vorbereitung darauf frist unendlich viel Zeit.

Bei mir ist es so, dass ich immer auf der Suche nach frischen und spektakulären Locations bin. Oft suche ich für mich dabei Fotosopts, die noch nicht so „verbraucht“ sind. Ich mag es nicht, wenn es von einem Motiv bereits hunderte Fotos im Netz gibt. Ich mag nicht kopieren nur um dann zu sagen, dort war ich auch und habe das hundertunderste Foto gemacht.

Je mehr ich dann von den Locations und derer Fotos überzeugt bin, desto mehr reift dann der Gedanke in mir, diese bezaubernden Flecken Erde müsste man doch auch anderen zeigen. Dann grübele ich vor mich hin, in wie weit sich diese Stellen für einen Landschafts-Fotografie-Workshop eignen.

Dann kommt die Arbeit. Ich erstelle mir in Google Earth Markierungen der Spots mit Hinweisen zu möglichen Fotografierzeiten, also in etwa, ob die Location nur am Morgen funktioniert. Ich recherchiere mit Google Earth, Google Bildersuche und Panoramio weitere Locations. Zu diesen fahre ich dann tagsüber um zu scouten oder fotografiere diese selbst um zu schauen, ob sie funktionieren. Dabei beachte ich immer wieder, in wie weit diese Spots zu erreichen sind, wie lange man läuft, wie viele Menschen haben dort Platz, wie gefährlich es ist.

Natürlich habe ich beim Fotografieren meinen Spaß und mache das ja auch zum Selbstnutzen. Jedoch sind für diese Arbeiten schnell mal 2-3 Arbeitstage oder bei Fotoreisen einges mehr weg.

Danach geht es an die Terminfindung, welche Tage sind für die Teilnehmer optimal. Wie sind an diesen Tagen dann die Sonnenstände jener Locations, wie sind die Sonnenauf- bzw untergangszeiten. In welcher Reihenfolge fahre ich die Locations ab. Welche Ersatzlocations stehen zur Verfügung (Felsensperrungen im Pfälzerwald wegen Falkenbrut)

Der Zeitaufwand beträgt gut und gerne 6-8 Stunden.

Sind Übernachtungen geplant, kommt als nächstes die Suche nach Hotels bzw. Übernachtungsmöglichkeiten. Listen erstellen, Preise verhandeln, Mietwagen recherchieren, Flüge ermitteln, kalulieren und rechnen. Wiederrum glatte 2 Arbeitstage werden davon aufgefressen.

Steht das alles fest, also die Locations, die Kosten und der Termin geht es an den Rechner zum Flyer basteln. Texte erstellen, formatieren, Bilder zusammenstellen, einfügen etc.= runde 3-4 Stunden Zeitaufwand

Danach ist das Einpflegen ins Buchungssystem dran, Tickets erstellen, Flyer einbinden Teaserbilder einpflegen, Posten in Sozialen Netzwerken=2-3 Stunden reichen oft nicht aus.

Darauf folgt der Mailverkehr auf Anfragen, Telefonate, Rechnungen erstellen, Anfahrtsskizzen etc= 3-4 Stunden sind weg.

Und dann ist er da, der wichtige Tag. Jetzt beginnt der Spaß; Menschen kennenlernen, zusammen hinter der Kamera stehen, Freude und Verwunderung in den Augen der Teilnehmer zu sehen, Euphorie zu spüren, gemeinsam zu klönen und fachzusimpeln. All das ist dann nicht viel Mühe, es ist Leidenschaft und ich liebe diese Arbeit. Es macht mir nichts aus, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, von Einem zum Anderen zu laufen. Es stört mich nicht, wenn mich am nächsten Tag der Muskelkater vom ständigen auf und ab quält, wenn am Abend mein Hals trocken ist und die Stimme vom vielen Erzählen versagt. Wenn ich nach solch einem Tag leer und müde ins Bett falle weiss ich allerdings, ich habe etwas bewegt, ich habe etwas erschaffen!

Es entstehen ab und zu Freundschaften, man sieht sich irgendwo in Facebook wieder oder bekommt mal eine Mail von einem stolzen Teilnehmer mit seinem Topshot. Oft werden Stammkunden aus den Teilnehmern dieser Workshops.

Wenn man nun alle Zeit zur Vorbereitung und Durchführung zusammenrechnet, die Spritkosten, eigene Verpflegung usw, kommt man auf einen Stundensatz, der kaufmännisch nicht vertretbar ist und so Mancher dafür am Morgen nicht aufstehen würde.

Egal, es macht Spaß und soll auch bezahlbar bleiben.

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