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FINE ART PRINT ODER DAS SCHÖNSTE, WAS EIN WANDBILD WERDEN KANN

Im Laufe eines Fotografenlebens durchlebt man viele Stufen und Etappen.
Die Level der Qualität nenne ich es, sei es hinsichtlich der Ausrüstung oder der Erfahrung und des Wissens. Die Aufzählung ist bewusst so gewählt, denn oft kommt erst neue Ausrüstung, dann erst der Zuwachs an Wissen.

Ich habe das Gefühl bekommen, dass ich durch meine Investitionen in zahlreich Stative, erst nach vielen Jahren mit Gitzo in den Olymp der Dreibeine kam. Ich habe aktuelle nun ein ein Dejavue mit den Papieren und Drucken meiner Arbeiten.

Fing ich an, meine Fotos auf Papier mit 30×40 cm in Rahmen an die Wand zu bringen, folgten Forex, Acryl und Alu-Dibond. Alles war zum Stand seiner Zeit perfekt in meinen Augen. Doch der Geschmack ändert sich, erst recht, wenn man plötzlich etwas ganz edles vor den Augen hat.

Ein lieber Fotografenbuddy bot mir an, mit seinem neuen Drucker ein Bild meiner Wahl zu veredeln.

Ich suchte ein Foto aus meinem Archiv, an dem ich besonders hing, zu dem ich eine besondere Beziehung hatte. Es war die kleine Kirche von Gimsøy. Ein ganz besonderer Tag war es im Januar diesen Jahres, als ich das erste Mal in meinem Leben Polare Stratosphärenwolken sah. Diese Wolken kommen nur oberhalb des Polarkreises vor und dann müssen viel Faktoren zusammenpassen, damit sie erscheinen und man sie auch noch zu Gesicht bekommt.

Mein Lofotenschatz wird nun aus 8 Tintenpatronen gemixt, wie ein guter Old Style Cocktail in einem kalten Shaker. Ganz langsam schiebt der Epson SC P800 das Ergebnis heraus, als wolle er es für sich behalten und mich auf die Folter spannen.

Zeile für Zeile reift der Druck heran.

Sobald der Druck auf feinstem 310g Photo Rag Hahnemühle Fine Art Papier nun vor mir im Tageslicht liegt, schmelze ich weg. Diese Farben, die Lebendigkeit, die Struktur und die feinen Details bringen mir, wie einem kleinen Kind im Eisenbahnladen, leuchtende Augen. Der edle Druck wird eingefasst von einem Passepartout und mit einem schwarzen Holzrahmen finalisiert.

Frisch gedruckt, vor dem Rahmen.

Schnell steigt das “ich will mehr” Gefühl, angefixt suche ich noch ein paar fotografische Schätze raus. Ich möchte unbedingt an einer Wand Fotos von zwei Ländern und Regionen haben, die mich tief beeindruckt, mich bewegt und auch ein kleines Stück verändert haben. Das sind Namibia und die Norwegischen Lofoten.

Beide Bilder hängen nun nebeneinander und ein letztes aus Teneriffa ist noch hinzugekommen.

Ob mit Glas oder ohne, ein edles Kunstwerk für jede Wand.

Gerade bei dem Nachtbild bin ich wirklich tief beeindruckt. Das Papier einiges an Bildrauschen schluckt, weiß ich. Aber ein Foto, dessen Belichtung mit einem ISO Wert von 8000 erstellt wurde zeigt derart feine Details, dass ist in Worten nicht zu beschreiben. Bildrauschen existiert auf dem Print nicht. Kleinste Hotpixel, welche durch das Schärfen, auch mit der cleversten Schärfungsmethode, zum Vorschein kommen und bei einer 100% Ansicht am PC einen tauben Finger nach dem Stempeln hinterlassen, auf dem Druck erscheinen sie nicht .

Die Farben schimmern matt wie ein altes Leder. Schärfe als Dauerthema für endlose Diskussion auf den verschiedensten Plattformen ist relativ. Die Bilder haben eine unfassbare Detailtreue und Schärfe sowie eine sagenhafte Auflösung.

Es ist die pure Freude, mehrmals am Tag an den Bildern vorbeizugehen, stehenzubleiben, anzusehen und sich daran einfach nur zu erfreuen.

Mattes Fine Art Papier schimmert wie ein altes Leder.

Ein Foto auf Fine Art Hahnehmühle Papier an der Wand, in dem final alle Anstrengungen es gemacht zu haben vereint sind, ist für mich das Schönste, was ein Wandbild werden kann.

Ich kam zu der Erkenntnis, dass ich in all der vergangenen Zeit viel Geld und Zeit darin investiert habe, Ausrüstung anzuschaffen. Viele Reisen an wundervolle Flecken haben mir viele hochkarätige Fotos geschenkt und am Ende auch einiges an Geld verschlungen. Soll ich daran sparen, das wertvollste meiner Arbeit, das eigentliche Bild in Form eines langlebigen, täglich sichtbaren und physisch greifbaren Stück Papiers nicht als letzte Konsequenz an die Wand zu hängen? In der Zukunft werde ich das noch mehr zu schätzen wissen.

Danke Michael für die wundervollen Drucke.

Deadvlei | Tanzende Bäume © Evelyn Trösch

1 Comment

  • Michael Metzger Juni 4, 2020 - 7:03pm

    Hi Raik,
    Emotional und rhetorisch richtig spannend beschreibst Du hier die Faszination eines hochwertigen Prints, gerahmt an der Wand,
    letzlich als Endprodukt von der Aufnahme über die Bildbearbeitung zum final gedruckten Bild.
    Für diese besondere Wertschätzung die Du dafür aufbringst freue ich mich besonders, das ich ein bisschen dazu beigetragen habe es Dir zu vermitteln.
    Dafür auch ein Dank von mir
    LG Michael

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